Schriftsprach­erwerb

Wenn Laute zu Buchstaben werden.

Wir helfen dabei herauszufinden, wo die Schwierigkeiten liegen und welche Unterstützung für Ihr Kind sinnvoll ist.

Hände, die auf Millimeterpapier zeichnen, neben zwei Bastelsandwiches aus Filz auf einem grünen Tisch – als Symbol für die Arbeit an Störungen des Schriftspracherwerbs. - Logopädische Praxis Christina Kopp

Wann ist es sinn­voll, den Schrift­sprach­erwerb genauer anzuschauen?

Lesen und Schreiben zu lernen ist ein großer Entwicklungsschritt. Damit aus gehörten Lauten irgendwann Buchstaben, Wörter und ganze Sätze werden, müssen viele Fähigkeiten zusammenspielen.

Manchen Kindern fällt dieser Weg leichter, andere brauchen an bestimmten Stellen mehr Unterstützung. Wenn Laute nur schwer unterschieden werden, Reime oder Silben Probleme bereiten oder die Verbindung zwischen Lauten und Buchstaben nicht richtig gelingen will, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.

Phonologische Bewusstheit

Reimt sich „Haus“ auf „Maus“? Mit welchem Laut beginnt „Sonne“? Und wie viele Silben stecken eigentlich in „Banane“?

Hinter solchen kleinen Sprachspielen steckt eine wichtige Fähigkeit: die phonologische Bewusstheit. Sie hilft Kindern zu erkennen, dass gesprochene Sprache aus kleineren Einheiten wie Silben und einzelnen Lauten besteht. Diese Fähigkeit entwickelt sich bereits vor dem eigentlichen Lesen- und Schreibenlernen und bildet eine wichtige Grundlage für den Schriftspracherwerb.

Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung

Gut hören zu können bedeutet nicht automatisch, ähnlich klingende Sprachlaute auch sicher unterscheiden und verarbeiten zu können.

Beim Schriftspracherwerb muss ein Kind beispielsweise erkennen, ob es ein „g“ oder ein „k“ hört, wo sich ein bestimmter Laut in einem Wort befindet und in welcher Reihenfolge verschiedene Laute vorkommen.

Fällt diese Verarbeitung schwer, kann sich das später auch beim Lesen und Schreiben bemerkbar machen. Wir schauen deshalb genau hin, welche sprachlichen Informationen bereits sicher verarbeitet werden und wo Unterstützung hilfreich sein kann.

Laute und Buchstaben zusammenbringen

Ein entscheidender Schritt beim Lesen- und Schreibenlernen ist die Erkenntnis: Das, was ich höre, kann ich mit Buchstaben sichtbar machen. Kinder lernen nach und nach, gehörte Laute den passenden Buchstaben zuzuordnen – und umgekehrt aus Buchstaben wieder gesprochene Wörter entstehen zu lassen.

Wenn diese Verbindung noch unsicher ist, kann Lesen sehr anstrengend sein oder beim Schreiben können Laute und Buchstaben ausgelassen, vertauscht oder verwechselt werden.

Hören. Erkennen. Verstehen. So wird aus Sprache Schrift.

Was hat Sprache mit Lesen und Schreiben zu tun?

Eine ganze Menge. Denn Schrift macht Sprache sichtbar. Um ein Wort schreiben zu können, muss ein Kind beispielsweise erkennen, aus welchen Lauten es besteht. Beim Lesen passiert der umgekehrte Weg: Buchstaben und Buchstabenfolgen müssen erkannt, den entsprechenden Lauten zugeordnet und schließlich zu einem Wort verbunden werden.

Deshalb können sich Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung auch auf den Erwerb der Schriftsprache auswirken.

Wie können wir unterstützen?

Am Anfang schauen wir gemeinsam genau hin: Was gelingt Ihrem Kind bereits gut? Wo treten Schwierigkeiten auf? Und welche sprachlichen Fähigkeiten brauchen gezielte Unterstützung?

Je nach individuellem Bedarf arbeiten wir beispielsweise daran, Laute sicherer wahrzunehmen und zu unterscheiden, Silben und Lautstrukturen zu erkennen oder die Verbindung zwischen Laut und Buchstabe zu festigen.

Dabei geht es nicht darum, Schulunterricht zu wiederholen. Wir setzen an den sprachlichen Grundlagen an, die Ihr Kind für den Schriftspracherwerb benötigt.

Jeder Buch­stabe beginnt mit einem Laut.

Und wenn Lesen oder Schreiben trotzdem schwerfällt?

Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer liegt ihnen eine sprachliche Schwierigkeit zugrunde – und nicht jede Lese- oder Rechtschreibschwierigkeit ist automatisch ein Fall für die Logopädie.

Deshalb ist eine sorgfältige Einschätzung wichtig. Wir betrachten die sprachlichen Voraussetzungen Ihres Kindes und klären, ob und wo logopädische Unterstützung sinnvoll ist. Wenn weitere Diagnostik notwendig erscheint, besprechen wir mit Ihnen die nächsten Schritte.

Schriftspracherwerb und Lese-Rechtschreibstörung – ist das dasselbe?

Nein. Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb können unterschiedliche Ursachen haben. Eine Lese- und/oder Rechtschreibstörung (LRS) ist ein eigenes Störungsbild und erfordert eine entsprechende Diagnostik.

In der Logopädie betrachten wir insbesondere die sprachlichen Fähigkeiten, die für den Erwerb von Lesen und Schreiben wichtig sind – beispielsweise die phonologische Bewusstheit oder das sichere Wahrnehmen und Unterscheiden von Sprachlauten. So können wir gezielt dort unterstützen, wo Schwierigkeiten mit sprachlichen Fähigkeiten zusammenhängen.

Was Sie beobachten, darf eine Frage sein.
Sprechen wir darüber ...

Sie beobachten, dass Ihrem Kind der Umgang mit Lauten, Buchstaben, Lesen oder Schreiben ungewöhnlich schwerfällt oder haben bereits eine ärztliche Verordnung für eine logopädische Therapie erhalten? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir besprechen gemeinsam, was Sie beobachten, welche nächsten Schritte sinnvoll sind und welcher unserer beiden Praxisstandorte für Sie infrage kommt.

Sie müssen selbst nicht beurteilen können, ob hinter den Schwierigkeiten Ihres Kindes eine logopädisch relevante Ursache steckt. Melden Sie sich gerne mit Ihren Fragen bei uns – wir helfen Ihnen dabei, die nächsten Schritte einzuordnen.

Wir sind für Sie da – in Weiden & Neustadt/WN

Unsere Praxis in Weiden

Bismarckstraße 25
92637 Weiden i.d.OPf.
Telefon: +499619302801

Unsere Praxis in Neustadt/WN

Felixallee 9
92660 Neustadt a.d. WN
Telefon: +499619302801

Noch Fragen zur Therapie?

Gut zu wissen, bevor es losgeht.

Wie schnell bekommen wir einen Therapieplatz?

Das lässt sich leider nicht pauschal sagen. Je nach Auslastung, Therapiebedarf und Ihren zeitlichen Möglichkeiten kann es zu Wartezeiten kommen. Wir versuchen, Ihnen so bald wie möglich einen passenden Therapieplatz anzubieten.

Wenn Sie bei Wochentag und Uhrzeit flexibel sind, kann es häufig schneller gehen. Teilen Sie uns deshalb bei Ihrer Anfrage gerne mit, welche Zeiten für Sie grundsätzlich möglich sind.

Viele Familien benötigen Termine nach Kindergarten oder Schule, Berufstätige bevorzugen den späteren Nachmittag. Entsprechend groß ist die Nachfrage in diesen Zeiten – und freie Termine sind dort oft schneller vergeben. Das ist auch bei anderen logopädischen Praxen ein typisches Muster. 

Wenn Sie einen Termin am Vormittag oder frühen Mittag ermöglichen können, lässt sich deshalb unter Umständen deutlich früher ein Therapieplatz finden. Sprechen Sie uns einfach darauf an – gemeinsam schauen wir, was sich mit Ihrem Alltag vereinbaren lässt.

Wenn ein Vormittagstermin angeboten wird, besprechen wir mit Ihnen, ob und wie dieser für Ihre persönliche Situation infrage kommt. Gerade bei längerfristigen Therapien soll der Termin schließlich nicht nur fachlich sinnvoll sein, sondern auch möglichst gut in den Alltag passen.

Wenn ausschließlich Termine am späten Nachmittag möglich sind, sagen Sie uns das bitte bei der Anmeldung. Dann berücksichtigen wir dies bei der Terminplanung – möglicherweise ist damit allerdings eine längere Wartezeit verbunden.

Für eine logopädische Behandlung als Heilmittel benötigen Sie eine ärztliche oder – bei bestimmten Indikationen – zahnärztliche Verordnung. Sie müssen mit der Kontaktaufnahme bei uns aber nicht warten, bis Ihnen die Verordnung vorliegt. Gerade wenn mit einer Wartezeit zu rechnen ist, ist eine frühzeitige Anfrage sinnvoll.

Wichtig ist, dass die Verordnung zum tatsächlichen Therapiebeginn gültig ist. Bei gesetzlich Versicherten muss eine Heilmittelbehandlung grundsätzlich innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen; bei als dringlich gekennzeichneten Verordnungen innerhalb von 14 Tagen.

Wie häufig und in welchen Abständen die Behandlung stattfindet, richtet sich nach der Verordnung und dem individuellen Therapiebedarf. Der Heilmittelkatalog sieht je nach Indikation unterschiedliche Frequenzen vor; häufig kommen beispielsweise ein bis mehrere Termine pro Woche infrage.

Wie wir die Termine konkret planen, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die therapeutischen Anforderungen als auch die Möglichkeiten im Alltag.

Zunächst möchten wir Sie beziehungsweise Ihr Kind kennenlernen. Wir sprechen über den Anlass für die Behandlung, die bisherige Entwicklung und darüber, was Ihnen im Alltag auffällt oder Schwierigkeiten bereitet.

Je nach Anliegen schließen sich eine logopädische Diagnostik und erste therapeutische Schritte an. Daraus entwickeln wir die individuellen Therapieziele und besprechen mit Ihnen, wie es weitergeht.