Kommunikation hat viele Wege.
Sprechen ist nur eine Möglichkeit, sich mitzuteilen. Auch Blicke, Gesten, Mimik, Bilder oder technische Hilfsmittel können Verbindung schaffen und Verständigung ermöglichen.

Wann ist es sinnvoll, die Kommunikation genauer anzuschauen?
Kommunikation entwickelt sich bei jedem Kind anders. Manche Kinder sprechen früh und viel, andere beobachten länger. Manche suchen intensiv den Austausch mit anderen, andere benötigen mehr Zeit oder andere Wege, um in Kontakt zu treten.
Ein genauerer Blick kann sinnvoll sein, wenn ein Kind dauerhaft Schwierigkeiten hat, sich mitzuteilen oder andere zu verstehen, in bestimmten Situationen trotz vorhandener Sprachfähigkeit nicht spricht oder nur eingeschränkt am kommunikativen Alltag teilnehmen kann.
Dabei interessiert uns nicht nur, wie viel ein Kind spricht. Entscheidend ist, wie es kommuniziert und welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen, um verstanden zu werden und andere zu verstehen.
Wenn ein Kind sprechen kann – aber in bestimmten Situationen nicht spricht.
Ein Kind erzählt zu Hause lebhaft von seinem Tag, spricht mit vertrauten Menschen ganz selbstverständlich – und im Kindergarten, in der Schule oder gegenüber bestimmten Personen verstummt es.
Beim selektiven Mutismus können Kinder grundsätzlich sprechen. In bestimmten sozialen Situationen gelingt ihnen das Sprechen jedoch nicht oder kaum.
Das ist nicht mit Schüchternheit gleichzusetzen und auch keine bewusste Entscheidung des Kindes. Aufforderungen wie „Sag doch einfach etwas“ oder zunehmender Druck helfen deshalb nicht weiter.
In der Therapie schaffen wir einen geschützten Rahmen und suchen behutsam nach Möglichkeiten, Kommunikation Schritt für Schritt zu erweitern.
Wenn Kommunikation einfach anders funktioniert.
Kinder im Autismus-Spektrum können Sprache und Kommunikation sehr unterschiedlich entwickeln und einsetzen.
Manche Kinder sprechen wenig oder nicht lautsprachlich, andere verfügen über einen großen Wortschatz und haben dennoch Schwierigkeiten, Sprache in sozialen Situationen einzusetzen oder die Kommunikation anderer Menschen einzuordnen.
Deshalb geht es nicht darum, eine bestimmte Art der Kommunikation vorzugeben. Wir schauen vielmehr darauf, welche kommunikativen Fähigkeiten bereits vorhanden sind, was dem Kind hilft und wo es Unterstützung benötigt.
Therapie kann beispielsweise dabei unterstützen, eigene Bedürfnisse verständlicher auszudrücken, Kommunikation besser zu verstehen, Gespräche mitzugestalten oder weitere Möglichkeiten der Verständigung kennenzulernen.
Verstanden werden zählt.
Unterstützte Kommunikation (UK) – wenn Worte allein nicht ausreichen.
Nicht jeder Mensch kann sich jederzeit ausreichend über Lautsprache verständlich machen. Dann kann Unterstützte Kommunikation – kurz UK – zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.
Das können ganz unterschiedliche Formen sein: Gesten und Gebärden, Bilder und Symbole, Kommunikationstafeln oder elektronische Hilfsmittel wie sogenannte Talker.
Welche Möglichkeiten geeignet sind, hängt vom einzelnen Menschen, seinen Fähigkeiten und seinem Alltag ab.
Unterstützte Kommunikation soll vorhandene Lautsprache dabei nicht einfach ersetzen. Sie kann Sprache ergänzen, Kommunikation erleichtern oder dort einen Weg zur Verständigung eröffnen, wo Lautsprache nicht oder noch nicht ausreichend zur Verfügung steht.
Kommunikation findet nicht nur in der Therapie statt.
Eine neue Möglichkeit zur Verständigung hilft wenig, wenn sie nur während der Therapiestunde funktioniert.
Deshalb beziehen wir Eltern und andere wichtige Bezugspersonen in die Therapie ein. Je nach Situation kann auch der Austausch mit Kindergarten, Schule, pädagogischen Fachkräften oder weiteren TherapeutInnen sinnvoll sein.
Gemeinsam überlegen wir, wie Kommunikation im Alltag unterstützt werden kann – zu Hause, beim Spielen, beim Essen, im Kindergarten oder in der Schule.
Denn Kommunikation entsteht dort, wo Menschen miteinander in Verbindung treten.
Kann Unterstützte Kommunikation die Sprachentwicklung behindern?
Diese Sorge begegnet Eltern immer wieder: Wenn mein Kind Bilder, Gebärden oder einen Talker nutzen kann – wird es dann überhaupt noch versuchen zu sprechen?
Unterstützte Kommunikation soll Kommunikation ermöglichen, nicht verhindern. Sie gibt einem Kind eine Möglichkeit, Wünsche zu äußern, Entscheidungen zu treffen, Fragen zu stellen und mit anderen in Kontakt zu treten, auch wenn Lautsprache dafür noch nicht ausreicht.
Welche Kommunikationsformen wir einsetzen und miteinander kombinieren, richtet sich immer nach den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen des Kindes.
Sich zeigen.
Eine Stimme haben.
Wie kann Therapie die Kommunikation unterstützen?
Am Anfang schauen wir genau hin: Wie kommuniziert Ihr Kind bereits? Was versteht es? Wie macht es Wünsche oder Bedürfnisse deutlich? In welchen Situationen gelingt Kommunikation gut – und wann wird sie schwierig? Auf dieser Grundlage entwickeln wir gemeinsam passende Ziele und Möglichkeiten.
Je nach individuellem Bedarf können wir beispielsweise daran arbeiten,
- Freude und Sicherheit in der Kommunikation zu stärken,
- Möglichkeiten zum Mitteilen von Wünschen und Bedürfnissen zu erweitern,
- Sprachverständnis und sprachliche Fähigkeiten zu unterstützen,
- Kommunikation in sozialen Situationen zu erleichtern,
- bei selektivem Mutismus behutsam neue Sprechsituationen zu ermöglichen,
- Gesten, Gebärden, Bilder oder Symbole in die Kommunikation einzubeziehen,
- geeignete Formen der Unterstützten Kommunikation aufzubauen und im Alltag zu festigen,
- Eltern und Bezugspersonen im Umgang mit den individuellen Kommunikationsmöglichkeiten zu begleiten.
Nicht ein bestimmter Kommunikationsweg steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Frage: Was hilft dem Menschen, sich möglichst selbstbestimmt mitzuteilen und verstanden zu werden?
Unterstützte Kommunikation braucht ein Umfeld, das mitmacht.
Ein Kommunikationssystem allein schafft noch keine Kommunikation.
Kinder müssen erleben, dass ihre Form der Verständigung gesehen, verstanden und beantwortet wird. Deshalb begleiten wir nicht nur das Kind beim Umgang mit seinen Kommunikationsmöglichkeiten, sondern unterstützen auch Eltern und Bezugspersonen dabei, diese selbstverständlich in den Alltag einzubauen.
So kann Kommunikation Schritt für Schritt dort stattfinden, wo sie gebraucht wird – nicht nur während einer Therapiestunde.
Manchmal braucht es mehrere Fachrichtungen.
Kommunikationsschwierigkeiten können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Gerade bei selektivem Mutismus, Autismus-Spektrum oder komplexeren Entwicklungsbedingungen kann deshalb die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen sinnvoll sein.
Wir stimmen uns bei Bedarf und mit Ihrem Einverständnis mit ÄrztInnen, psychologischen oder psychotherapeutischen Fachkräften, pädagogischen Einrichtungen und weiteren TherapeutInnen ab.
Sie möchten verstehen, wie Ihr Kind kommuniziert – und was ihm helfen könnte? Finden wir gemeinsam den passenden Weg.
Vielleicht spricht Ihr Kind nur in bestimmten Situationen, Kommunikation fällt ihm generell schwer oder Sie fragen sich, ob Unterstützte Kommunikation eine Möglichkeit sein könnte. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Gemeinsam schauen wir darauf, was bereits gelingt, wo Schwierigkeiten entstehen und welche Unterstützung für Ihr Kind sinnvoll sein kann.
- Gut zu wissen:
Kommunikation beginnt nicht erst mit dem gesprochenen Wort. Blicke, Mimik, Gesten, Gebärden, Bilder oder elektronische Hilfsmittel können ebenso Teil der Kommunikation sein. Entscheidend ist, dass ein Mensch Möglichkeiten bekommt, sich mitzuteilen und verstanden zu werden.
Wir sind für Sie da – in Weiden & Neustadt/WN
Gut zu wissen, bevor es losgeht.
Wie schnell bekommen wir einen Therapieplatz?
Das lässt sich leider nicht pauschal sagen. Je nach Auslastung, Therapiebedarf und Ihren zeitlichen Möglichkeiten kann es zu Wartezeiten kommen. Wir versuchen, Ihnen so bald wie möglich einen passenden Therapieplatz anzubieten.
Wenn Sie bei Wochentag und Uhrzeit flexibel sind, kann es häufig schneller gehen. Teilen Sie uns deshalb bei Ihrer Anfrage gerne mit, welche Zeiten für Sie grundsätzlich möglich sind.
Warum ist ein Termin am Vormittag oft schneller möglich?
Viele Familien benötigen Termine nach Kindergarten oder Schule, Berufstätige bevorzugen den späteren Nachmittag. Entsprechend groß ist die Nachfrage in diesen Zeiten – und freie Termine sind dort oft schneller vergeben. Das ist auch bei anderen logopädischen Praxen ein typisches Muster.
Wenn Sie einen Termin am Vormittag oder frühen Mittag ermöglichen können, lässt sich deshalb unter Umständen deutlich früher ein Therapieplatz finden. Sprechen Sie uns einfach darauf an – gemeinsam schauen wir, was sich mit Ihrem Alltag vereinbaren lässt.
Muss mein Kind für die Therapie am Vormittag in Kindergarten oder Schule fehlen?
Wenn ein Vormittagstermin angeboten wird, besprechen wir mit Ihnen, ob und wie dieser für Ihre persönliche Situation infrage kommt. Gerade bei längerfristigen Therapien soll der Termin schließlich nicht nur fachlich sinnvoll sein, sondern auch möglichst gut in den Alltag passen.
Wenn ausschließlich Termine am späten Nachmittag möglich sind, sagen Sie uns das bitte bei der Anmeldung. Dann berücksichtigen wir dies bei der Terminplanung – möglicherweise ist damit allerdings eine längere Wartezeit verbunden.
Brauche ich bereits eine Verordnung, wenn ich mich bei Ihnen melde?
Für eine logopädische Behandlung als Heilmittel benötigen Sie eine ärztliche oder – bei bestimmten Indikationen – zahnärztliche Verordnung. Sie müssen mit der Kontaktaufnahme bei uns aber nicht warten, bis Ihnen die Verordnung vorliegt. Gerade wenn mit einer Wartezeit zu rechnen ist, ist eine frühzeitige Anfrage sinnvoll.
Wichtig ist, dass die Verordnung zum tatsächlichen Therapiebeginn gültig ist. Bei gesetzlich Versicherten muss eine Heilmittelbehandlung grundsätzlich innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen; bei als dringlich gekennzeichneten Verordnungen innerhalb von 14 Tagen.
Wie oft findet die logopädische Therapie statt?
Wie häufig und in welchen Abständen die Behandlung stattfindet, richtet sich nach der Verordnung und dem individuellen Therapiebedarf. Der Heilmittelkatalog sieht je nach Indikation unterschiedliche Frequenzen vor; häufig kommen beispielsweise ein bis mehrere Termine pro Woche infrage.
Wie wir die Termine konkret planen, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die therapeutischen Anforderungen als auch die Möglichkeiten im Alltag.
Was passiert beim ersten Termin?
Zunächst möchten wir Sie beziehungsweise Ihr Kind kennenlernen. Wir sprechen über den Anlass für die Behandlung, die bisherige Entwicklung und darüber, was Ihnen im Alltag auffällt oder Schwierigkeiten bereitet.
Je nach Anliegen schließen sich eine logopädische Diagnostik und erste therapeutische Schritte an. Daraus entwickeln wir die individuellen Therapieziele und besprechen mit Ihnen, wie es weitergeht.