Myofunktionelle Störungen

Wenn Zunge, Lippen und Kiefer nicht optimal zusammen­spielen.

Zunge, Lippen, Wangen und Kiefer sind ständig im Einsatz – beim Sprechen, Kauen und Schlucken und sogar dann, wenn wir gerade gar nichts tun. Normalerweise arbeiten sie ganz selbstverständlich zusammen.

Ein Kind bläst auf eine kleine Korkkugel in der gelben Schachtel des Brettspiels Puste Kuchen – ein Hilfsmittel, das häufig zur Behandlung von Sprachstörungen bei Kindern eingesetzt wird. - Logopädische Praxis Christina Kopp

Wann ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen?

Ein häufig geöffneter Mund oder eine auffällige Zungenposition muss nicht automatisch bedeuten, dass eine Behandlung notwendig ist.

Wenn bestimmte Auffälligkeiten jedoch dauerhaft bestehen, das Schlucken, Sprechen oder die Zahn- und Kieferentwicklung beeinflussen, kann eine genauere Abklärung sinnvoll sein.

Manchmal fällt eine myofunktionelle Störung den Eltern selbst auf. Häufig kommt der erste Hinweis aber auch aus der kieferorthopädischen, zahnärztlichen, kinderärztlichen oder HNO-ärztlichen Praxis.

Wenn der Mund häufig offen steht

Eine entspannte Mundhaltung bedeutet normalerweise: Die Lippen sind geschlossen, die Atmung erfolgt durch die Nase und die Zunge befindet sich in ihrer natürlichen Ruheposition am Gaumen.

Ist der Mund dagegen häufig geöffnet, liegt die Zunge oftmals zu tief oder weiter vorne. Auch eine überwiegende Mundatmung kann damit verbunden sein.

Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die sichtbare Mundhaltung zu betrachten, sondern auch nach möglichen Ursachen zu suchen.

Wenn die Zunge nicht zur Ruhe kommt

Auch wenn wir gerade nicht sprechen oder essen, hat die Zunge ihren Platz. In einer günstigen Ruheposition liegt sie weitgehend am Gaumen und übt keinen dauerhaften Druck auf die Zähne aus.

Liegt sie dagegen häufig zwischen oder hinter den Zähnen, kann sich das auf das Zusammenspiel der Muskulatur und auf die Zahn- und Kieferentwicklung auswirken.

In der Therapie lernen Kinder und Erwachsene, die Position der Zunge besser wahrzunehmen und eine geeignete Zungenruhelage zunehmend selbstverständlich einzunehmen.

Wenn sich ein ungünstiges Schluckmuster eingeschlichen hat

Beim Schlucken laufen viele kleine Bewegungen in kürzester Zeit ab. Zunge, Lippen und Kiefer müssen dabei gut zusammenspielen.

Bei einem auffälligen Schluckmuster drückt die Zunge beispielsweise nach vorne oder seitlich gegen beziehungsweise zwischen die Zähne. Häufig ist dabei auch eine deutliche Anspannung von Lippen oder Kinn zu beobachten.

In der Therapie wird ein günstigeres Schluckmuster Schritt für Schritt angebahnt, geübt und schließlich in den Alltag übertragen.

Kleine Be­we­gung­en. Wichtiges Zu­sam­men­spiel.

Woran können Eltern eine myofunktionelle Störung erkennen?

Manche Auffälligkeiten sind gut sichtbar, andere zeigen sich erst beim Sprechen, Essen oder Schlucken. Ein genauerer Blick kann sinnvoll sein, wenn Sie bei Ihrem Kind beispielsweise beobachten, dass …

Einzelne Beobachtungen bedeuten noch nicht automatisch, dass eine myofunktionelle Störung vorliegt. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen.

Was hat die Kiefer­or­tho­pä­die damit zu tun?

Zunge, Lippen und Wangen üben ständig Kräfte auf Zähne und Kiefer aus. Sind diese Kräfte dauerhaft nicht im Gleichgewicht, kann das auch für die Entwicklung und Stellung der Zähne eine Rolle spielen.

Deshalb werden myofunktionelle Auffälligkeiten häufig im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung entdeckt.

Eine kieferorthopädische Behandlung verändert die Stellung von Zähnen und Kiefer. Die myofunktionelle Therapie setzt dagegen an den Funktionen und Bewegungsmustern von Zunge, Lippen und weiterer Muskulatur an.

Wenn beide Bereiche betroffen sind, ist eine gute Abstimmung besonders sinnvoll.

Wie kann die myo­funktionelle Therapie unterstützen?

Zu Beginn schauen wir uns genau an, wie Zunge, Lippen, Kiefer und die Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich zusammenspielen. Dabei betrachten wir unter anderem Mundhaltung, Zungenruhelage, Beweglichkeit und Schluckmuster.

Anschließend legen wir gemeinsam fest, welche Bereiche gezielt unterstützt werden sollen. Je nach individuellem Bedarf arbeiten wir beispielsweise daran,

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Übungen zu absolvieren. Entscheidend ist, dass neue Bewegungen nach und nach selbstverständlich werden.

Üben gehört dazu – aber bitte alltagstauglich.

Neue Bewegungsmuster entstehen nicht allein während der Therapie. Damit die Zunge auch im Alltag ihren neuen Platz findet und sich ein verändertes Schluckmuster festigen kann, braucht es regelmäßige Wiederholungen.

Deshalb zeigen wir Übungen, die zu Hause gut umgesetzt werden können, und beziehen Eltern bei Kindern entsprechend mit ein.

Lieber regelmäßig und gut in den Alltag integriert als kompliziert und mit Frust – denn am Ende soll das neu Gelernte nicht nur während der Therapiestunde funktionieren.

Neue Be­we­gungs­muster brauchen Zeit – und Übung.

Sie haben etwas beobachtet – oder einen Hinweis aus der Kieferorthopädie bekommen?

Vielleicht steht der Mund Ihres Kindes häufig offen, die Zunge drückt beim Schlucken nach vorne oder im Rahmen einer kieferorthopädischen Untersuchung wurde eine myofunktionelle Auffälligkeit festgestellt. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Gemeinsam klären wir, welche nächsten Schritte sinnvoll sind und wie wir Sie oder Ihr Kind unterstützen können.

Eine offene Mundhaltung oder überwiegende Mundatmung kann unterschiedliche Ursachen haben. Ist die Nasenatmung eingeschränkt, sollte deshalb auch eine ärztliche – insbesondere HNO-ärztliche – Abklärung erfolgen.

Wir sind für Sie da – in Weiden & Neustadt/WN

Unsere Praxis in Weiden

Bismarckstraße 25
92637 Weiden i.d.OPf.
Telefon: +499619302801

Unsere Praxis in Neustadt/WN

Felixallee 9
92660 Neustadt a.d. WN
Telefon: +499619302801

Noch Fragen zur Therapie?

Gut zu wissen, bevor es losgeht.

Wie schnell bekommen wir einen Therapieplatz?

Das lässt sich leider nicht pauschal sagen. Je nach Auslastung, Therapiebedarf und Ihren zeitlichen Möglichkeiten kann es zu Wartezeiten kommen. Wir versuchen, Ihnen so bald wie möglich einen passenden Therapieplatz anzubieten.

Wenn Sie bei Wochentag und Uhrzeit flexibel sind, kann es häufig schneller gehen. Teilen Sie uns deshalb bei Ihrer Anfrage gerne mit, welche Zeiten für Sie grundsätzlich möglich sind.

Viele Familien benötigen Termine nach Kindergarten oder Schule, Berufstätige bevorzugen den späteren Nachmittag. Entsprechend groß ist die Nachfrage in diesen Zeiten – und freie Termine sind dort oft schneller vergeben. Das ist auch bei anderen logopädischen Praxen ein typisches Muster. 

Wenn Sie einen Termin am Vormittag oder frühen Mittag ermöglichen können, lässt sich deshalb unter Umständen deutlich früher ein Therapieplatz finden. Sprechen Sie uns einfach darauf an – gemeinsam schauen wir, was sich mit Ihrem Alltag vereinbaren lässt.

Wenn ein Vormittagstermin angeboten wird, besprechen wir mit Ihnen, ob und wie dieser für Ihre persönliche Situation infrage kommt. Gerade bei längerfristigen Therapien soll der Termin schließlich nicht nur fachlich sinnvoll sein, sondern auch möglichst gut in den Alltag passen.

Wenn ausschließlich Termine am späten Nachmittag möglich sind, sagen Sie uns das bitte bei der Anmeldung. Dann berücksichtigen wir dies bei der Terminplanung – möglicherweise ist damit allerdings eine längere Wartezeit verbunden.

Für eine logopädische Behandlung als Heilmittel benötigen Sie eine ärztliche oder – bei bestimmten Indikationen – zahnärztliche Verordnung. Sie müssen mit der Kontaktaufnahme bei uns aber nicht warten, bis Ihnen die Verordnung vorliegt. Gerade wenn mit einer Wartezeit zu rechnen ist, ist eine frühzeitige Anfrage sinnvoll.

Wichtig ist, dass die Verordnung zum tatsächlichen Therapiebeginn gültig ist. Bei gesetzlich Versicherten muss eine Heilmittelbehandlung grundsätzlich innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen; bei als dringlich gekennzeichneten Verordnungen innerhalb von 14 Tagen.

Wie häufig und in welchen Abständen die Behandlung stattfindet, richtet sich nach der Verordnung und dem individuellen Therapiebedarf. Der Heilmittelkatalog sieht je nach Indikation unterschiedliche Frequenzen vor; häufig kommen beispielsweise ein bis mehrere Termine pro Woche infrage.

Wie wir die Termine konkret planen, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die therapeutischen Anforderungen als auch die Möglichkeiten im Alltag.

Zunächst möchten wir Sie beziehungsweise Ihr Kind kennenlernen. Wir sprechen über den Anlass für die Behandlung, die bisherige Entwicklung und darüber, was Ihnen im Alltag auffällt oder Schwierigkeiten bereitet.

Je nach Anliegen schließen sich eine logopädische Diagnostik und erste therapeutische Schritte an. Daraus entwickeln wir die individuellen Therapieziele und besprechen mit Ihnen, wie es weitergeht.