Fütterstörungen

Wenn Essen für die Familie zur Herausforderung wird.

Wenn ein Kind nur sehr wenige Lebensmittel akzeptiert, bestimmte Konsistenzen konsequent ablehnt oder Mahlzeiten regelmäßig mit Stress verbunden sind, kann das die ganze Familie belasten.

Eine Frau nutzt eine Hundepuppe, um ein kleines Kind während der Logopädie bei Fütterungsstörungen zu beschäftigen. - Logopädische Praxis Christina Kopp

Wann ist es sinnvoll, das Essen genauer anzuschauen?

Fast jedes Kind hat Phasen, in denen bestimmte Lebensmittel plötzlich uninteressant sind, Neues abgelehnt wird oder am liebsten jeden Tag das Gleiche auf dem Teller liegen soll. Das allein ist noch keine Fütterstörung.

Genauer hinzuschauen kann sinnvoll sein, wenn Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen, die Auswahl an Lebensmitteln sehr eingeschränkt ist oder Essen und Trinken regelmäßig zu einer großen Belastung werden.

Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Kind einmal etwas nicht essen möchte. Wir betrachten, wie es isst, was ihr/ihm schwerfällt und wie sich die Situation auf Kind und Familie auswirkt.

Wenn nur wenige Lebensmittel akzeptiert werden

Manche Kinder essen nur eine sehr begrenzte Auswahl an Lebensmitteln. Unbekannte Speisen werden konsequent abgelehnt, manchmal reichen bereits ein anderer Geruch, eine ungewohnte Farbe oder eine veränderte Konsistenz.

Auch der Wechsel von breiiger zu fester Nahrung oder das Kennenlernen neuer Lebensmittel kann große Schwierigkeiten bereiten.

In der Therapie geht es nicht darum, ein Kind zum Essen zu überreden. Wir versuchen zunächst zu verstehen, warum bestimmte Lebensmittel oder Situationen schwierig sind, und schaffen von dort aus neue Erfahrungen.

Wenn es sich im Mund besonders empfindlich anfühlt

Essen ist eine intensive Sinneserfahrung. Im Mund nehmen wir Temperatur, Geschmack, Beschaffenheit und Bewegung sehr genau wahr.

Manche Kinder reagieren auf diese Reize besonders empfindlich. Stückchen im Brei, eine ungewohnte Oberfläche oder bestimmte Konsistenzen können unangenehm sein und beispielsweise Würgen oder deutliche Abwehr auslösen.

Andere Kinder nehmen Reize im Mund weniger deutlich wahr und benötigen stärkere Impulse, um Nahrung und Bewegungen gut zu spüren.

Je nach individuellem Bedarf unterstützen wir dabei, Wahrnehmung und Erfahrungen im Mundbereich behutsam weiterzuentwickeln.

Essen darf entdeckt werden.

Wenn Kauen und Essen schwerfallen

Damit ein Stück Brot oder Obst sicher gegessen werden kann, müssen Lippen, Zunge und Kiefer gut zusammenarbeiten. Nahrung muss aufgenommen, im Mund bewegt, zerkleinert und für das Schlucken vorbereitet werden.

Sind diese Abläufe noch nicht ausreichend entwickelt oder fallen bestimmte Bewegungen schwer, kann sich das auf die Auswahl und den Umgang mit Lebensmitteln auswirken.

Wir schauen deshalb auch darauf, wie ein Kind isst – nicht nur darauf, was es isst.

Woran können Eltern Schwierigkeiten erkennen?

Ein genauerer Blick kann sinnvoll sein, wenn Sie beispielsweise beobachten, dass Ihr Kind …

Einzelne dieser Beobachtungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Fütterstörung vorliegt. Gerade bei kleinen Kindern verändert sich das Essverhalten immer wieder.

Wenn Sie sich jedoch Sorgen machen oder Mahlzeiten dauerhaft zur Belastung werden, ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen.

Warum kann Essen plötzlich so schwierig werden?

Fütterstörungen haben meist nicht die eine Ursache.

Medizinische Erfahrungen oder Erkrankungen können ebenso eine Rolle spielen wie Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken, besondere sensorische Empfindlichkeiten oder belastende Erfahrungen rund ums Essen.

Manchmal greifen mehrere Faktoren ineinander. Deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell von „wählerischem Essen“ auszugehen oder das Verhalten des Kindes als bloße Verweigerung zu betrachten.

Wir versuchen gemeinsam zu verstehen, was hinter dem Verhalten steckt und was Ihr Kind gerade braucht.

Warum gehören die Eltern zur Therapie dazu?

Eltern kennen ihr Kind und seinen Alltag am besten. Gleichzeitig erleben sie unmittelbar, wie schwierig Mahlzeiten werden können, wenn Essen immer wieder mit Ablehnung, Sorge oder Konflikten verbunden ist.

Deshalb sind Eltern ein wichtiger Teil der Therapie.

Wir besprechen gemeinsam, was während der Mahlzeiten passiert, welche Situationen gut funktionieren und wo Schwierigkeiten entstehen. Sie erhalten konkrete Anregungen für den Alltag und lernen, die Signale und Reaktionen Ihres Kindes besser einzuordnen.

Das Ziel ist nicht die „perfekte Mahlzeit“. Es geht darum, Sicherheit zu gewinnen, Druck herauszunehmen und Entwicklung zu ermöglichen.

Weniger Druck am Tisch. Mehr Raum für Ent­wick­lung.

Wie kann die Therapie unterstützen?

Am Anfang möchten wir genau verstehen, wie Ihr Kind isst und welche Erfahrungen es bereits gemacht hat. Wir betrachten unter anderem die Auswahl und Beschaffenheit der akzeptierten Lebensmittel, Wahrnehmung und Bewegungen im Mundbereich sowie die konkrete Situation während der Mahlzeiten.

Je nach individuellem Bedarf können wir beispielsweise daran arbeiten,

Die Therapie orientiert sich dabei immer am Kind und seinen individuellen Möglichkeiten.

Essen soll kein täglicher Kampf sein.

Wenn Mahlzeiten über längere Zeit schwierig sind, entsteht schnell Druck – bei Eltern genauso wie beim Kind. Eltern machen sich Sorgen, ob ihr Kind genug isst, und probieren verständlicherweise vieles aus, damit es doch noch einen Bissen nimmt.

Genau hier kann Unterstützung entlasten.

Gemeinsam entwickeln wir Strategien, die zu Ihrem Kind und Ihrem Familienalltag passen. Kleine Veränderungen können dabei ebenso wichtig sein wie neue Fähigkeiten beim Essen selbst.

Denn Fortschritt kann auch bedeuten, ein unbekanntes Lebensmittel zunächst anzuschauen, anzufassen oder am Teller zu akzeptieren – lange bevor es tatsächlich gegessen wird.

Manchmal braucht es mehrere Fachrichtungen.

Schwierigkeiten beim Essen und Trinken können unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb kann es sinnvoll sein, neben der Logopädie weitere medizinische oder therapeutische Fachrichtungen einzubeziehen.

Insbesondere wenn ein Kind nicht ausreichend wächst oder an Gewicht verliert, häufig hustet oder sich verschluckt, Schmerzen beim Essen hat oder andere körperliche Auffälligkeiten bestehen, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Wir stimmen uns bei Bedarf und mit Ihrem Einverständnis mit den beteiligten Fachpersonen ab.

Mahlzeiten fühlen sich bei Ihnen schon länger nicht mehr gut an? Schauen wir gemein­sam, was da­hin­ter­steckt.

Wenn Sie sich Sorgen um das Essverhalten Ihres Kindes machen, bestimmte Lebensmittel oder Konsistenzen dauerhaft nicht funktionieren oder Mahlzeiten für Ihre Familie zunehmend belastend werden, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam schauen wir auf die Situation und klären, welche Unterstützung für Ihr Kind und Ihre Familie sinnvoll sein kann.

Nicht jede Phase mit wenigen Lieblingsgerichten oder der Ablehnung neuer Lebensmittel ist eine Fütterstörung. Wenn Sie unsicher sind, müssen Sie das selbst nicht beurteilen können. Eine genaue Abklärung hilft dabei, normales Entwicklungsverhalten von behandlungsbedürftigen Schwierigkeiten zu unterscheiden.

Wir sind für Sie da – in Weiden & Neustadt/WN

Unsere Praxis in Weiden

Bismarckstraße 25
92637 Weiden i.d.OPf.
Telefon: +499619302801

Unsere Praxis in Neustadt/WN

Felixallee 9
92660 Neustadt a.d. WN
Telefon: +499619302801

Noch Fragen zur Therapie?

Gut zu wissen, bevor es losgeht.

Wie schnell bekommen wir einen Therapieplatz?

Das lässt sich leider nicht pauschal sagen. Je nach Auslastung, Therapiebedarf und Ihren zeitlichen Möglichkeiten kann es zu Wartezeiten kommen. Wir versuchen, Ihnen so bald wie möglich einen passenden Therapieplatz anzubieten.

Wenn Sie bei Wochentag und Uhrzeit flexibel sind, kann es häufig schneller gehen. Teilen Sie uns deshalb bei Ihrer Anfrage gerne mit, welche Zeiten für Sie grundsätzlich möglich sind.

Viele Familien benötigen Termine nach Kindergarten oder Schule, Berufstätige bevorzugen den späteren Nachmittag. Entsprechend groß ist die Nachfrage in diesen Zeiten – und freie Termine sind dort oft schneller vergeben. Das ist auch bei anderen logopädischen Praxen ein typisches Muster. 

Wenn Sie einen Termin am Vormittag oder frühen Mittag ermöglichen können, lässt sich deshalb unter Umständen deutlich früher ein Therapieplatz finden. Sprechen Sie uns einfach darauf an – gemeinsam schauen wir, was sich mit Ihrem Alltag vereinbaren lässt.

Wenn ein Vormittagstermin angeboten wird, besprechen wir mit Ihnen, ob und wie dieser für Ihre persönliche Situation infrage kommt. Gerade bei längerfristigen Therapien soll der Termin schließlich nicht nur fachlich sinnvoll sein, sondern auch möglichst gut in den Alltag passen.

Wenn ausschließlich Termine am späten Nachmittag möglich sind, sagen Sie uns das bitte bei der Anmeldung. Dann berücksichtigen wir dies bei der Terminplanung – möglicherweise ist damit allerdings eine längere Wartezeit verbunden.

Für eine logopädische Behandlung als Heilmittel benötigen Sie eine ärztliche oder – bei bestimmten Indikationen – zahnärztliche Verordnung. Sie müssen mit der Kontaktaufnahme bei uns aber nicht warten, bis Ihnen die Verordnung vorliegt. Gerade wenn mit einer Wartezeit zu rechnen ist, ist eine frühzeitige Anfrage sinnvoll.

Wichtig ist, dass die Verordnung zum tatsächlichen Therapiebeginn gültig ist. Bei gesetzlich Versicherten muss eine Heilmittelbehandlung grundsätzlich innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen; bei als dringlich gekennzeichneten Verordnungen innerhalb von 14 Tagen.

Wie häufig und in welchen Abständen die Behandlung stattfindet, richtet sich nach der Verordnung und dem individuellen Therapiebedarf. Der Heilmittelkatalog sieht je nach Indikation unterschiedliche Frequenzen vor; häufig kommen beispielsweise ein bis mehrere Termine pro Woche infrage.

Wie wir die Termine konkret planen, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die therapeutischen Anforderungen als auch die Möglichkeiten im Alltag.

Zunächst möchten wir Sie beziehungsweise Ihr Kind kennenlernen. Wir sprechen über den Anlass für die Behandlung, die bisherige Entwicklung und darüber, was Ihnen im Alltag auffällt oder Schwierigkeiten bereitet.

Je nach Anliegen schließen sich eine logopädische Diagnostik und erste therapeutische Schritte an. Daraus entwickeln wir die individuellen Therapieziele und besprechen mit Ihnen, wie es weitergeht.